Pfarrverband

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PFARRVERBAND



Denke daran, dass Gott zwischen den Töpfen und Pfannen da ist und das er dir in inneren und äußeren Aufgaben zur Seite steht.

Theresia von Avila

Hedwig Schwestern


Die Wurzeln unserer Gemeinschaft liegen in Schlesien. In unserem Kloster Heinrichsstift, in Klosterbrück in Oberschlesien (heute Polen), wurden Waisen und elternlose Kinder betreut.


In den Kriegswirren 1945 mußten unserer Schwestern aus Schlesien flüchten. Einige der Schwestern flüchteten gemeinsam mit den ihnen anvertrauten Kindern nach Schongau.


Seit 1945 wurden jährlich die wichtigsten Ereignisse in einer Hausschronik aufgezeichnet und mit Bilddokumenten versehen. Nachfolgend dokumentieren wir eine kurze Geschichte unseres Konvents und die Entwicklung von St.Hedwig in Böbing.


Um die Dramatik der damaligen Situation adäquat zu schildern, zitieren wir die erste Eintragung aus der Hauschronik.


1945


Das 6. Jahr des 2. Weltkrieges, das Jahr 1945 rückt immer näher und mit ihm die Front. Die Klostermauern wurden erschüttert durch die Detonationen der Bomben und Geschosse. Alarm reihte sich an Alarm bei Tag und Nacht. Das Heinrichsstift in Klosterbrück in Oberschlesien mit seinen Insassen ca. 40 Schwestern und 350 Kindern musste evakuiert werden. So schickte uns die Mutter Oberin Mater Cherubina schweren Herzens auf die Flucht. Schwer war der Abschied von lieben Mutter Oberin - ob und wann wir uns wiedersehen?


Am 21.Januar 1945 waren wir an der Reihe, Mater Zita, Schwester Thekla, Frl. Mosch und Frl. Margot mit 35 Kleinen im Alter von 2 - 6 Jahren. Mit Betten, Wäsche und Kleidung, auf Lastwagen verpackt ging es nach Ziegenhals. Dort waren wir bis Ostern. Als an anderen Orten das Alleluja gesungen wurde und die Glocken die Auferstehung des Herren verkündeten fuhren wir unter Beschuss der Tiefflieger auf einsamer Landstrasse, einige Kilometer hinter uns der Russe.


Durch Gottes Fügung erreichten wir noch den letzten Zug der uns aus der Heimat in ein Ungewisses führte. Es war eine schlimme Woche, Kälte, Hunger, Tiefflieger, Alarm und Angst. Über die Tschechei kamen wir nach Bayern. Alle Kleinen überstanden die schweren Strapazen - keines haben wir verloren. Der Liebe Gott hat unsere Bittgebete erhört. Schongau, die Stadt am Lech sollte unsere zweite Heimat werden.


Die Schwestern und die Kinder fanden im Rückgebäude der Schule in Schongau für 4 Jahre Aufnahme. Im April 1949 konnte ihnen die Gemeinde Böbing ein eigenes Haus zur Verfügung stellen.